Lange Zeit galt das Bandoneon als klassisches Instrument des Tangos und als Männerdomäne. Doch
Louise Jallu bricht diese Traditionen mit einer atemberaubenden Virtuosität und künstlerischen
Freiheit auf. In ihrem aktuellen Projekt „JEU“ lässt sie ihr Instrument in völlig neuen Rollen
glänzen – mal übernimmt es den Part einer Violine, mal den eines Kontrabasses oder Klaviers.
Bekannt wurde Jallu durch ihre tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Erbe von Astor Piazzolla,
dem sie auf Augenhöhe begegnet. Heute spannt sie den Bogen noch weiter: In ihren Kompositionen
spielen Größen wie Robert Schumann, Claude Debussy und Georges Brassens „Verstecken“ mit
modernen Jazz-Improvisationen. Louise Jallu begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem
Bandoneonspiel. Sie studierte am renommierten Konservatorium von Gennevilliers bei Meistern
wie César Stroscio und Juan José Mosalini. Parallel dazu vertiefte sie ihre Kenntnisse in
Harmonielehre und Komposition bei Bernard Cavanna. Bereits mit 16 Jahren gewann sie den
zweiten Preis beim Internationalen Wettbewerb von Klingenthal und gründete kurz darauf ihr
eigenes Ensemble, das Louise Jallu Quartet. In ihrem Schaffen verbindet Jallu virtuos die
Melancholie des Tangos mit der Freiheit des Jazz und Elementen der zeitgenössischen Musik.
Jallu ist Preisträgerin der Fondation Lagardère (2019) und wurde 2021 für die Victoires du Jazz in
der Kategorie „Révélation“ nominiert. Im Jahr 2022 war sie Stipendiatin der Villa Medici in Rom.
Neben ihrer Konzerttätigkeit gibt sie ihr Wissen heute selbst als Professorin für Bandoneon und
Tango-Kammermusik am Konservatorium von Gennevilliers weiter.
Besetzung: Louise Jallu (Bandoneon); Karsten Hochapfel (Gitarre); Alexandre Perrot (Bass);
Grégoire Letouvet (Piano)




