Geschichte des Festivals

Das „Internationale Gitarrenfestival Hersbruck“

Entstehung – Entwicklung – Erfolg

1999 findet in der Nähe von Barcelona, in Gualba ein Unterrichtscamp für talentierte jugendliche GitarristInnen statt, an dem auch der Sohn des damaligen Bürgermeisters von Hersbruck, Plattmeier, teilnimmt. Unterrichtet werden die Jugendlichen von Prof. Josep Henriquez und Prof. Gerard Abiton.

Plattmeier und Henriquez kannten sich bereits von einem Treffen in 1998 als Josep Henriquez in Sulzbach/Opf.  konzertierte.

Am Ende des Unterrichtscamps in Gualba zeigte sich Henriquez sehr verärgert über die Leitung am dortigen Veranstaltungsort. Daraufhin schlägt Plattmeier spontan vor, das Festival nach Hersbruck zu verlegen. Teil des Vorschlags ist das Angebot, die Organisation rund um „die Woche der Gitarren“ in Hersbruck durch die Stadt zu übernehmen. Henriquez soll sich ausschließlich um das Management der künstlerischen Seite der Veranstaltung kümmern – die Auswahl der Dozenten, den Ablauf des Unterrichtsprogramms und die Kuratierung des Konzertprogrammes. Mit dem Vorhaben dieses Konzept umzusetzen reist Plattmeier nach Hause.

Die vorerst schwierige Suche nach Räumlichkeiten für Unterricht und Übernachtungsmöglichkeiten in Hersbruck und Umgebung führt schließlich zur Unterstützung des Projektes durch die AOK-Bayern. Das Bildungszentrum (BIZ) der AOK-Bayern stellt Unterrichtsräume und Übernachtungsmöglichkeiten für KünstlerInnen und StudentInnen zur Verfügung. Einige Angestellte des BIZ engagieren sich ehrenamtlich für die hausinterne Organisation der zehntägigen Veranstaltung.

2000 – Erster Internationaler Gitarrenkurs in Hersbruck

Talente aus ganz Europa melden sich für das Festival an, teils aus dem bestehenden Umfeld der Unterrichtenden Josep Henriquez, Gerard Abiton und dem neuerdings hinzu gestoßenen Arnoldo Moreno (er war schon in Gualba als Begleiter zweier seiner Studenten aus Wien mit dabei), teils ohne bisherige Verbindung zum Festival.

Um die Kosten des Gitarrencamps in Hersbruck zu mindern und die Kursbeiträge der StudentInnen leistbar zu gestalten, konzertieren Henriquez, Moreno und Abiton unentgeltlich in örtlichen Kirchen. Hierdurch wird das Interesse an Gitarrenmusik in breiteren Kreisen der Hersbrucker Bevölkerung geweckt. In diesem Sinne wird das Festival bis 2003 erfolgreich weitergeführt.

2003 – Arnoldo Moreno setzt neue Akzente

2003 übernimmt Moreno die künstlerische Leitung des Festivals.

Während Josep Henriquez und Gerard Abiton engagierte Vertreter der klassischen Gitarre sind, erweitert Arnoldo Moreno das Spektrum des Festivals mit einem umfassenderen Angebot, das auch Raum für popular-musikalische Stile bietet – sowohl im Rahmen des Unterrichts als auch was das Konzertprogramm und die Durchführung von Jamsessions in örtlichen Gaststätten betrifft.

Durch seine Verbindungen zur Fachpresse kann die Wirkung nach außen, international und überregional, forciert werden, während das breiter aufgestellte Konzertprogramm die regionale Begeisterung anfeuert. Insbesondere durch Morenos Vernetzung mit weltweit hoch angesehenen KünstlerInnen, die in Hersbruck konzertieren, unterrichten und Meisterklassen anbieten, erhält das Hersbrucker Gitarrenfestival internationalen Charakter. Konzerte finden in diesen Jahren an teils unüblichen Orten statt, bspw. in der Speed Event Halle, den Lagerhallen der Weinkellerei Raum, in der Werkstatt einer Möbelschreinerei, der Eingangshalle der örtlichen Sparkasse und auch einer halb abgebrochenen Produktionshalle. Eine weitere besondere Note, die dem Festival seinen speziellen Charme verleiht.

2005 – Johannes Tonio Kreusch wird künstlerischer Leiter

Nachdem Arnoldo Moreno 2005 aus gesundheitlichen Gründen die künstlerische Leitung des Festivals abgibt, empfiehlt er Johannes Tonio Kreusch als Nachfolger. Kreusch übernimmt nahtlos Organisation und künstlerische Leitung für das Festival 2006.

Er entwickelte das Festival kontinuierlich weiter. Seine gute Vernetzung mit Künstlern und Künstlerinnen, kaufmännisches Verständnis und organisatorisches Geschick setzt er zur Steigerung der Beliebtheit des Festivals erfolgreich ein. Mit seinen Kontakten zur internationalen Fachpresse (u.a. Classical Guitar Magazine in England, Akustik Gitarre, Gitarre Aktuell etc.) und auch zur überregionalen Presse (u.a. Bayerischer, Rundfunk, Fernsehen, Süddeutsche Zeitung etc…) erarbeitet Kreusch dem Hersbrucker Gitarrenfestival einen Bekanntheitsgrad, der die bayerischen Landesgrenzen deutlich überschreitet. Das Festival wird erstmals überregional wahrgenommen.

2014 – Öffnung für andere Instrumente

2014 beginnt Johannes Tonio Kreusch, das Festival für andere Instrumente zu öffnen.

Die internationale „Creme de la Creme“ der Gitarre aber auch anderer Instrumente trifft sich im August jeden Jahres in Hersbruck, übt und studiert im BIZ und konzertiert in der zwischenzeitlich von der Stadt Hersbruck geschaffenen „GERU-Halle“, die akustisch zur Zufriedenheit der KünstlerInnen und des Publikums ausgestattet wurde.

Bald danach wird die „Hersbruck Musikakademie“ etabliert – eine Verbindung zum Ursprung des Gitarrenfestivals, dem Gitarrencamp für junge Talente aus dem Jahr 2000.

Angeboten werden nicht nur Gitarrenunterricht und Meisterklassen, sondern auch ein Weiterbildungsprogramm für MusiklehrerInnen und interessierte Amateure. International bekannte Dozentinnen und Dozenten beleuchten in Vorträgen, Workshops und Seminaren neueste wissenschaftliche und pädagogische Erkenntnisse im Bereich der Musikwissenschaft, der Musikpsychologie, Musikmedizin und Musizierpraxis.

Die erfolgreiche Entwicklung des „Internationalen Gitarrenfestivals Hersbruck“ ist nach nunmehr einem Vierteljahrhundert seines Bestehens zum deutlich überwiegendem Teil Johannes Tonio Kreusch, dem künstlerischen Leiter, zu verdanken.

Sehr treffend beschreibt dies Oliver Hochkeppel in seinem Vorbericht für das 24. Internationale Gitarrenfestival Hersbruck in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 05. August 2024:

„Es ist schon bemerkenswert, was der Münchner Gitarrist Johannes Tonio Kreusch in 20 Jahren als künstlerischer Leiter des Internationalen Gitarrenfestivals Hersbruck erreicht hat: Aus einer lokalen“…“Kleinveranstaltung wurde eines der wichtigsten deutschen Gitarrenfestivals, zu dem die internationalen Stars der Szene ins Nürnberger Land reisen.“…

„Das Erfolgsrezept ist zum einen Kreuschs universeller, generalistischer Ansatz. Alles soll und darf sich hier miteinander verbinden: die verschiedensten Gitarrenstile von der Klassik über Fingerstyle bis zu Flamenco oder Jazz; Musiker aus allen Ecken der Welt; die Künstler und das Publikum; schließlich Lehrende und Lernende, denn ein riesiges Academy-Programm mit bis zu 120 Studenten gehört fest mit dazu.

Zum anderen, dass er dafür in Hersbruck die idealen Rahmenbedingungen fand: die rückhaltlose Unterstützung der Bürgermeister. Die wachsende Identifizierung der Bewohner mit dem Festival, weil man zum einen nie geahnte Reize der Gitarrenmusik entdecken konnte und zum anderen mit Stolz sah, dass dieses Kultur-Highlight die Stadt überregional bekannt machte. Das inzwischen neu erbaute AOK-Bildungszentrum als ideales Festival-Zentrum. Und schließlich die moderne Geru-Halle als angemessener Haupt-Spielort.

So ist das Gitarrenfestival Hersbruck zu einem besonderen Familientreffen geworden. Hier reisen die Künstler nicht nur zu ihren Konzerten an. Alle, auch die großen Stars, geben hier Workshops und Einzelunterricht, bleiben deshalb länger und kommen mit Kollegen unterschiedlicher Couleur zusammen. Auch das Publikum ist so nah an den Musikern wie selten: Flankierend zum Konzertprogramm kann man Ausstellungen, Vorträge, Künstlergespräche und eine Musikalienbörse besuchen.

Seit jeher geht es Kreusch – der neben Gitarre auch Philosophie studiert hat – um mehr als nur um die Gitarre. Sein Festival soll auch Frieden, Freude und Gemeinschaft stiften.“

Der Förderverein

Im Jahr 2004 wird der „Verein zur Förderung des Internationalen Gitarrenfestivals Hersbruck e.V.“ gegründet. Seitdem unterstützt dieser junge Künstlerinnen und Künstler mit Stipendien sowie die Durchführung einzelner Konzerte.

Die Förderung ist durch Mitgliedsbeiträge und Spenden möglich. (Spendenkonto: IBAN: DE12 7606 1482 0000 0302 60, BIC: GENODF1HSB, https://gitarre-hersbruck.de)

Die KünstlerInnen

Künstlerinnen und Künstler, die beim „Internationalen Gitarrenfestival Hersbruck“ seit dessen Bestehen aufgetreten sind oder unterrichtet haben, sind:

Adam Rafferty (USA)

Ahmed El Salamouny (Ägypten/Deutschland)

Aighetta Guitar Quartett (Frankreich)

Al Di Meola (USA)

Alex de Grassi (USA)

Alexandr Misko (Russland)

Alfredo Lagos (Spanien)

Alvaro Pieri (Uruguay)

Amadeus Guitar Duo (Deutschland/Kanada)

Amir John Haddad (Deutschland/Spanien)

Ana Morales y Grupo (Spanien)

Ana Vidovic (Kroatien)

Anabel Montesinos (Spanien)

Andrew York (USA)

Ángel Muñoz (Tänzer/Spanien/Deutschland)

Aniello Desiderio (Italien)

Antigoni Goni (Griechenland)

Antonio Fruscella (Italien)

Arnoldo Moreno (Venezuela/Österreich)

Atanas Ourkouzounov (Bulgarien)

Badi Assad (Brasilien)

Bandini Chiacciaretta – Duo (Italien)

Barbara Polášek (Deutschland)

Beppe Gambetta (Italien)

Bernie Mallinger (Violine/Österreich)

Bill Kanengiser (USA)

Bob Bonastre (Frankreich)

Bobby Watson (Saxophon/Amerika)

Café del Mundo (Deutschland)

Cañizares (Spanien)

Carlo Domeniconi (Italien)

Carlos Barbosa-Lima (Brasilien)

Carlos Piñana (Spanien)

Cecilia Sequeira (Uruguay)

Celin Romero (Spanien)

Celino Romero (Spanien)

Christina Lux (Deutschland)

Constanze Friend (Gesang/Deutschland)

Cornelius Claudio Kreusch (Piano/Deutschland)

Costas Cotsiolis (Griechenland)

Claus Boesser-Ferrari (Deutschland)

Dale Kavanagh (Kanada)

David Russell (Großbritannien)

David Orlowsky (Klarinette/Deutschland)

Dieter Kreidler (Deutschland)

Dietmar Stubenbaum (Deutschland)

Diknu Schneeberger-Trio (Österreich)

Don Ross (Kanada)

Doris Orsan (Violine/Deutschland)

Driss El Maloumi (Marokko)

Duo Montesinos Tamayo (Spanien/Kuba)

Duo Siqueira Lima (Brasilien)

Edin Karamzov (Bosnien)

Eduardo Egüez (Argentinien)

Ehab Abou Fakhr (Bratsche/Syrien)

Eliot Fisk (Großbritannien)

EOS Guitar Quartet (Deutschland)

Ernst Grieshofer (Schlagzeug/Österreich)

European Guitar Quartet (Tschechien/Deutschland/Kroatien)

Eva Moreno (Gesang/Österreich)

Fabio Montomoli (Italien)

Fareed Haque (USA)

Fernando de Lima (Brasilien)

Franco Morone (Italien)

Friend’n Fellow (Deutschland)

Georgia van Etten (Gesang/Australien)

Gergő Borlai (Schlagzeug/Ungarn)

Gérard Abiton (Frankreich)

Gerardo Núñez (Spanien)

Giora Feidman (Klarinette/Argentinien/Deutschland)

Gisele Jackson (Gesang/USA)

Gismo Graf – Trio

Gitanes Blondes (Deutschland)

Gloria Carnevalli (Großbritannien)

Goran Ivanovic (Kroatien)

Gruber/Maklar (Deutschland)

Himiko Paganotti (Gesang/Italien)

Hanno Busch Trio (Deutschland)

Hopkinson Smith (USA)

Ismael Barrios (Percussion/Österreich)

Jacques Stotzem (Belgien)

Jan Depreter (Belgien)

Jimmy Wahlsteen (Schweden)

Joaquín Clerch (Kuba)

Johannes Monno (Deutschland)

Johannes Tappert (Deutschland)

Johannes Tonio Kreusch (Deutschland)

John Dearman (USA)

Jon Gomm (Großbritannien)

Jorge Cardoso (Argentinien)

José Carlos Gómez (Spanien)

Joscho Stephan (Deutschland)

José Luis Fernandez (Spanien)

Josep Henríquez (Spanien)

Jürg Kindle (Schweiz)

Katona Twins (Ungarn)

Katrin Klingeberg (Deutschland)

Kemal Dinç (Türkei)

Klaus Doldinger (Saxophon/Deutschland)

Krzysztof Pelech (Polen)

Laura Kipp und Band (Deutschland)

Leo Brouwer (Kuba)

Leonor Leal y Grupo (Spanien)

Liying Zhu (China)

Los Angeles Guitar Quartet (USA)

Los Romeros (Spanien)

Luis Borda (Argentinien)

Manuel Barrueco (Kuba)

Marcin Dylla (Polen)

Marco Tamayo (Kuba)

Marko Topchij (Ukraine)

Martin Engelien (Bass/Deutschland)

Martin Kelner (Österreich)

Martin Taylor (Großbritannien)

Mateo Gallito (Polen)

Matthew Greif (USA)

Mauro Martins (Percussion)

Máximo Diego Pujol (Argentinien)

Mayito Rivera & Sons of Cuba (Kuba)

Mel Gaynor (Schlagzeug/Großbritannien)

Mercedes Ruiz (Tänzerin/Spanien)

Michael Langer (Österreich)

Mie Ogura (Japan)

Miriam Brullova (Slowakei)

Miscelanea Guitar Quartet

Nan Maro Babakhanian

Nguyen Le-Band (Vietnam/Frankreich/Ungarn)

Odair Assad (Brasilien)

Paco Peña (Spanien)

Paolo Devecchi (Italien)

Patricia Moreno (Gesang/Österreich)

Paul Galbraith (Schottland)

Pavel Steidl (Tschechien)

Pepe Romero (Spanien)

Peppino D’Agostino (Italien/Amerika)

Pete Huttlinger (USA)

Peter Cudek (Bass/Slowakei)

Peter Finger (Deutschland)

Petteri Sariola (Finnland)

Philipp Emmanuel (Australien)

Philippe Villa (Frankreich)

Pierre Bensusan (Frankreich)

Prof. Alfred Eickholt (Deutschland)

Prof. Leo Witoszynskyj (Österreich)

Prof. Thomas Offermann (Deutschland)

Quadro Nuevo (World Music/Deutschland)

Rabih Abou-Khalil (Libanon)

Rafael Aguirre (Spanien)

Rafael Cortés (Deutschland)

Raphael Wressnig & The Soul Gift Band (Österreich)

Rastrelli Cello Quartet (Russland)

Reentko Dirks (Deutschland)

Ricardo Gallén (Spanien)

Robert Barto (USA)

Roland Dyens (Frankreich)

Roland Pfeiffer (Deutschland)

Romain Labaye (Bass/Frankreich)

Roman Bunka (Deutschland)

Salvatore Seminara (Italien)

Sandro Roy (Violine/Deutschland)

Santiago Lara (Spanien)

Scott Tennant (USA)

Sebastián Montes (Chile)

Sérgio Assad (Brasilien)

Silvio Schneider (Deutschland)

Stephan Bormann (Deutschland)

Stochelo Rosenberg (Niederlande))

Stuart Ryan (Großbritannien)

Susan Weinert (Deutschland)

Tatyana Ryshkova (Belarus)

The GothenburgCombo

Thérèse Wassily Saba (Großbritannien)

Thomas Fellow (Deutschland)

Thomas Kirchhoff (Deutschland)

Thomas Leeb (Österreich)

Tim Kliphuis (Niederlande)

Tommy Emmanuel (Australien)

Tulio Peramo Cabrera (Komponist/Kuba)

Ulf Wakenius (Schweden)

Victoria Sydorenko (Ukraine)

Woody Mann (USA)

Yamandú Costa (Brasilien)

Zaf Zapha (Bass/Frankreich)

Zoran Dukić (Kroatien)

(Für Vollständigkeit der Aufstellung kann nicht garantiert werden.)

Wolfgang Plattmeier
Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Internationalen Gitarrenfestivals Hersbruck e. V.